Bonsoir,
unser heutiger Vormittag stand ganz im Zeichen der Monarchie – mit ca. 50 Teilnehmern unserer Gruppe starteten wir um 8 Uhr zu einem Ausflug nach Versailles, um zu erfahren, wie Ludwig XIV gelebt hat. Schon auf der Hinfahrt gaben unsere Reiseführer uns einige Informationen zum Schloss, die vor Ort vertieft wurden. Nach kurzer Wartezeit (dank Karten- und Zeitreservierung) durften wir das Schloss betreten. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, sodass wir jeweils problemlos den Erläuterungen folgen konnten. 
Den Namen „Sonnenkönig“ trug Ludwig XIV zu Recht – wir waren geblendet vom Gold und Prunk der Räume und Gebäude. Zunächst warfen wir einen Blick in die Chapelle Royal, die leider nicht betreten werden darf. Weiter ging es durch verschiedene Salons, die für Empfänge usw. genutzt wurden, bis wir den Spiegelsaal erreichten. Der Saal ist 70 Meter lang und geprägt von vielen Kronleuchtern mit Kristallen und natürlich den Spiegeln, die das einfallende Sonnenlicht reflektieren sollten. Hinter dem Spiegelsaal befanden sich die privaten Gemächer des Königs, die wir ebenfalls anschauen konnten. Hier erfuhren wir, dass sich das Leben damals sehr in der Öffentlichkeit abspielte. So waren stets bereits morgens Adlige beim König, um ihm beim Aufstehen, Ankleiden etc. zuzuschauen. Gewaschen wurde sich damals übrigens nicht – das war nur den einfachen Leuten vorbehalten. Im Adel meinte man, dass eine ordentliche Dreckschicht die Krankheiten davon abhalten würde, in den Körper einzudringen. Dafür wurde um so mehr Parfum benutzt, um die entsprechend vorhandenen Gerüche zu überdecken. 
Nachdem wir noch die Räume der Königin sowie weitere Salons durchschritten hatten, ging es nach draußen in die Gärten. Zu Zeiten des Sonnenkönigs umfasste der Park 60 km², heute ist es nur noch 1 km², der allerdings nicht weniger eindrucksvoll ist. Es ist alles in streng geometrischen Formen gehalten. An vielen Stellen gibt es Wasserspiele, allerdings war es früher wie heute ein großes Problem, genügend Wasser hierfür nach Versailles zu schaffen. Daher musste, wenn der Sonnenkönig im Park spazieren ging, immer ein Page vorausgehen, der den Gärtnern Zeichen gab, welche Wasserspiele in welcher Reihenfolge in Gang gesetzt werden mussten. Man wollte dem König die Illusion verschaffen, dass alles ständig funktionierte. Was lernen wir daraus? Auch früher wurde schon mit billigen Tricks gearbeitet 😉 Leider war es uns nicht vergönnt, auch ein Wasserspiel zu sehen.
Beim Spaziergang im Park entdeckten wir viele schöne Flecken, aber so manches Bäumchen bräuchte wohl auch mal wieder einen ordentlichen Schnitt – so ein strubbeliges Zeug hätte bei mir im Garten keine Chance 😉
Schön war auch der Ausblick über die „Orangerie“. Es war übrigens überhaupt nicht windig – Sylvia trägt die Haare immer so …
Um 12:30 Uhr sammelten wir uns dann wieder alle zur Rückfahrt im Bus. Einige ließen sich in der Stadt absetzen, wir fuhren mit bis zum Hotel. Nach einer kurzen Pause machten wir uns zu viert (Ralf, Angelika, Sylvia und ich) auf, um zunächst etwas in den Magen zu bekommen. Hierbei wurden wir von Thorsten gefunden, der sich uns direkt anschloss. Nach dem Essen planten wir zunächst, „Les Catacombes“, die Katakomben von Paris, zu besichtigen. Leider kamen wir etwas zu spät an, der letzte Einlass war um 16 Uhr und bereits ab 15:30 Uhr durfte sich niemand mehr in der Warteschlange anstellen. Wir hoffen nun darauf, dass es morgen damit klappt. Also Planänderung: Zunächst auf zum FIAP, da Ralf noch etwas wegen seines Ergebnisses in der Professionellen Textverarbeitung nachfragen bzw. klären wollte. (Übrigens kennen wir seit heute schon unsere Ergebnisse, aber nicht die Platzierungen, sodass es weiterhin spannend bleibt.) Danach fuhren wir zu „Notre Dame“, um die Kirche von innen zu besichtigen. 
Wir hatten sogar die Gelegenheit, Orgelspiel und Gesang zu hören, was bei der Akustik in einem solchen Gemäuer wunderschön ist. Weiter ging es mit einem Spaziergang durch das Viertel Marais, vorbei am Rathaus, das heute schon mit der Trikolore geschmückt war, da wir morgen den Nationalfeiertag erleben werden. Vor dem Rathaus baute die Feuerwehr viele alte Feuerwehrfahrzeuge auf, da in Paris traditionell am Vorabend des Nationalfeiertages sowie am Nationalfeiertag selbst überall Feuerwehrfeste stattfinden.
Im Marais fanden wir dann ein Flammkuchen-Lokal, in dem wir uns unser Abendessen genehmigten. Doch selbstverständlich passt auch ein Nachtisch immer, sodass es in der Eisdiele ein leckeres Eis gab, das nicht – wie bei uns gewohnt – in Kugeln, sondern in Form einer Blume in das Hörnchen gesetzt wurde.
Den Abschluss unseres Tages bildete ein Besuch des Eiffelturmes. Gegen 22:30 Uhr trafen wir dort ein und uns erwartete der gigantische Anblick des beleuchteten Turmes.
Die Wartezeit am Eingang war sehr kurz, nach weniger als 10 Minuten hatten wir unsere Eintrittskarten. Andere Stenos, die wir oben trafen, hatten länger dafür gebraucht. Es mag am Herdentrieb gelegen haben, der sie zur längsten Warteschlange geführt hatte 😉 Extra für uns (oder wegen der Feuerwehrfeste?) wurden in der ganzen Stadt Feuerwerksraketen abgebrannt. Wir wussten gar nicht, in welche Richtung wir zuerst schauen sollten, überall funkelte es. Auf den Fotos sieht es zwar so aus, als sei es noch relativ hell gewesen, tatsächlich aber war der Himmel dunkel.
Kurz vor Mitternacht machten wir uns dann auf den Heimweg ins Hotel und werden sicherlich jetzt erschlagen von den Eindrücken des Tages gut schlafen können.
Salut de Paris
Stefanie + Sylvia