Guten Abend aus Beijing!
Heute war es richtig kühl, nur 26 Grad, aber eine tropische Luftfeuchtigkeit, die uns ein ganz klein wenig kleben ließ.
Doch beginnen möchte ich mit einem kleinen Nachtrag zur gestrigen Mail.
Der Ausspruch unseres Reiseführers „Verkehrsregeln sind in Beijing nur
theoretisch“ hatte sich nämlich bewahrheitet. Wir hatten uns vom Hotel ein
Taxi bestellen und dem Fahrer unser Ziel erklären lassen. Die Taxifahrt in
die Innenstadt war sehr abenteuerlich, wichtigste Ausstattung an allen
Fahrzeugen ist hier – neben dem Gaspedal – ganz eindeutig die Hupe! Busse,
Autos, Motorroller, Fahrräder – alles fährt hier kreuz und quer,
eingezeichnete Fahrspuren braucht man doch nicht wirklich. Fußgänger
müssen beim Überqueren der Straßen gewaltig aufpassen, dass sie nicht
unter die Räder kommen, denn auch eine grüne Fußgängerampel garantiert
noch keinen sicheren Weg.
Noch interessanter war es natürlich, aus der Innenstadt zum Hotel zurück
zu kommen, wenn man kein Chinesisch spricht und der Taxifahrer kein
Englisch versteht. Zwar gibt es hier im Hotel ein Kärtchen, auf dem die
Anschrift in chinesischen Schriftzeichen vermerkt ist, aber was hilft das,
wenn die Taxifahrer kein Navigationsgerät haben und sich nicht auskennen?
Doch mit ein wenig telefonieren hat sich unser Fahrer dann schließlich
noch zum Hotel durchgeschlagen 😉
Heute morgen startete der Tag wieder mit einem sehr gesunden Frühstück.
Anschließend machten wir uns auf zum Yuanming Yuan, dem Garten der
Vollkommenen Klarheit – auch „Alter Sommerpalast“ genannt. Hier war es
sehr schön, viele Gärten, Seen und Brücken gab es zu bestaunen und zu
fotografieren.
Für den Nachmittag war eine Gruppenfahrt zum Sommerpalast angesagt, die
wir mit ca. 40 Personen antraten. Auch dort gab es natürlich viel zu
sehen, besonders die vielen prächtigen Gebäude waren faszinierend. Doch
auch eines der beliebtesten chinesischen Fotomotive wurde gesichtet 😉
Viele von uns wurden häufig angesprochen, ob man sich mit ihnen
fotografieren lässt. Nachdem wir dann dem 728 Meter langen Korridor, in
dem man über 8000 gemalte Szenen sehen kann, gefolgt waren, stand noch
eine kurze Bootsfahrt auf dem Kunmingsee zurück zum Ausgangspunkt auf dem
Programm.
Abends brauchten wir uns auch nicht ums Abendessen zu kümmern – wir fuhren
mit knapp 30 Leuten zum Pekingenten-Essen. Die Hinfahrt dauerte aufgrund
des Feierabendverkehrs und der Staus über eine Stunde. Das Essen selbst
war auch ein nettes Erlebnis. Begonnen wurde mit verschiedenen kalten und
warmen Vorspeisen, die mit Stäbchen zu essen waren. Für die nicht ganz so
ausdauernden „Langnasen“ standen aber auch Gabeln zur Verfügung. Dazu gab
es chinesischen Rotwein sowie Jasmintee und ein weiteres Getränk nach Wahl
(Bier, Wasser, Cola o. ä.). Die Pekingenten selbst wurden am Tisch zerlegt
und serviert. Dabei muss man wissen, dass man sich zunächst einen dünnen
Pfannkuchen nimmt, auf diesen legt man Frühlingszwiebeln und Gurkensticks
und dazu dann Streifen von der Pekingente, die vorher in Sojasauce getunkt
wurden. Anschließend wird der Pfannkuchen zusammengerollt, unten
zugeklappt und man isst das Ganze mit der Hand. Lecker, mmmh! Auf die
Suppe, die es hier in China nach dem Hauptgericht gibt, haben die meisten
dann lieber verzichtet. Die mutigen „Vorkoster“ konnten auch nur von einem
faden Geschmack berichten.
Morgen gibt’s dann einen Ganztagsausflug zur Verbotenen Stadt, dem
Kaisertempel und dem Himmelstempel. Für den Abend wurde uns noch spontan
der Besuch einer Kung-fu-Show angeboten. Wir sind gespannt.
Viele Grüße von den Abenteurern
Stefanie, Sylvia + Sharon